Wichteline

Wichtelzauber im Allgäu

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Wichteltätigkeiten

Auch ein Wichtel hat unter Umständen eine ganze Menge Utensilien und Habseligkeiten dabei und so richtet er sich im Lauf der ersten Dezembertage erstmals heimelig bei uns ein. Ich habe mich dazu entschieden jeden Tag die Szenerie ein klein wenig zu verändern, damit sichtbar wird, dass der Wichtel des Nachts aktiv war. Aber was macht so ein Wichtel denn überhaupt alles wenn wir schlafen?

Nun, der Tradition zur Folge wohnt der Wichtel bei uns Menschen und wacht des Nachts über Haus und Hof. Wenn ihr mehr über die Wichtelherkunft wissen wollt, schaut HIER. Unser Wichtel ist aber nicht das ganze Jahr bei uns und so wohnt er hier, um dem Christkind oder Weihnachtsmann bei den Vorbereitungen für Weihnachten zu helfen. Und den Wichtelbesuch im Frühling hat Lasse bei uns gemacht, um dem Osterhasen unter die Arme zu greifen.

Ob nun ein Wichtel oder gleich eine ganze Wichtelfamilie bei euch einziehen darf, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Ich finde es auch sehr spannend, wenn der Wichtel über die Jahre eine kleine Familie aufbaut oder wie bei uns tierische Freunde mitbringt.

Ich habe für mich zur besseren Organisation Listen erstellt über Wichtelszenerien, Wichtelaktivitäten, Wichtelstreiche und Wichtelbriefe. Wobei die Szenerie natürlich an den meisten Tagen auf die jeweilige Wichtelaktivität abgestimmt wird. Ihr findet hier eine kleine Ideensammlung die noch lange nicht vollständig ist, sich für mich aber im ersten Wichteljahr bewährt hat.

  • bittet die Kinder für ihn ein Bild zu malen
  • bittet die Kinder für ihn Holz zu sammeln, da er friert
  • färbt die Milch blau oder rot ein
  • verknotet die Schuhbändel aller Schuhe
  • borgt sich etwas Mehl zum Backen aus der Küche und macht dabei eine Sauerei
  • bereitet einen Plätzchenteig vor und legt diesen in den Kühlschrank

Ich habe im ersten Jahr ganz bewusst auf Wichtelstreiche verzichtet, da mein Sohn erst 2 Jahre alt war und ich nicht wusste, wie er reagiert, wenn ein unsichtbarer Mitbewohner erscheint. Bei aller Magie und Neugierde kann es, je nach Alter und Wesen des Kindes durchaus auch unheimlich sein, wenn in den eigenen vier Wänden jemand wohnt den man nie zu Gesicht bekommt. Daher gilt es für uns Eltern gut abzuwägen und die Wichtelaktivitäten entsprechend anzupassen.

Ein Wichtel ist also ein magischer Hausgast auf Zeit, der über uns wacht, dem Christkind oder Weihnachtsmann ( ggf. Osterhasen ) unter die Arme greift und auch sonst einiges zu tun hat. Ganz wunderbare Tätigkeiten die ein Wichtel so macht sind beispielsweise Plätzchen backen, Holz sammeln, Wichtelbriefe schreiben, Kochen, gern auch mal ein Lagerfeuer, Wäsche waschen, ein Schaumbad nehmen, nähen und stricken, den ein oder anderen Streich und ab und zu mal etwas Zaubern……… und noch so viel mehr ist möglich.

Natürlich benötigt man für solch schöne Wichteltätigkeiten das ein oder andere Zubehör. Meine Bezugsquellen sind unter anderem:

Es lohnt sich auch durchaus bei euch vor Ort die Augen offen zu halten, denn in einigen Drogerien oder Läden für Deko und- Partyzubehör findet man inzwischen Wichtelzubehör.

Um eine magische Welt zu erschaffen, bedarf es allerdings nicht automatisch einer so aufwendigen Wichtelkulisse wie ich sie gestalte. Auch mit absoluten Basics wie einer Wichteltür, einer Laterne, ein paar Schuhen und einem Briefkasten zieht der Zauber schon bei euch ein. Es ist auch nicht notwendig jeden Tag die Wichtelkulisse zu verändern. Mit Wichtelbriefen, ein paar Aktivitäten und kleinen Streichen lässt sich eine stressfreie, wunderbar magische Wichtelzeit kreieren.

Unser Wichtel und der Adventskalender

In den meisten Familien ist es üblich einen Adventskalender für die Kinder zu basteln oder zu kaufen. Auch ich liebe es einen Adventskalender zu gestalten. Allerdings stellte ich mir die Frage, ob mein 2 Jähriger tatsächlich 24 kleine Geschenke erhalten soll und an Weihnachten dann gleich nochmal ein paar größere. Ist das tatsächlich notwendig oder besser gesagt, entspricht es dem was der Advent eigentlich darstellt und was ich meinem Kind mitgeben möchte.

Einen Adventskalender und einen Wichtel, bei dem es jeden Tag etwas zu entdecken gibt hielt ich für zu viel. Und da der Wichtel bei uns sowieso jede Nacht aktiv war, was wir jeden Morgen an der veränderten Szenerie sehen konnten, habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, den traditionellen Adventskalender mit dem Wichtel zu verbinden. An jedem Adventssonntag lag nun ein kleines Geschenk vor der Wichteltür, zusammen mit einem kleinen Brief. Auch in der Wichtelszenerie erschien an jedem der 4 Sonntage der Adventskranz des Wichtels. Diese Kombination war für uns genau das richtige. Und so werde ich auch diese Jahr die beiden Themen wieder miteinander verbinden und den Wichtel kleine Aufmerksamkeiten bringen lassen.

Tradition und Herkunft

Ursprünglich stammt die Tradition der Wichtel aus Skandinavien. In Mythen und Erzählungen findet man die kleinen, scheuen Wesen als Wächter über Haus und Hof. Auch assistieren sie dem Weihnachtsmann bei den Vorbereitungen. Als Dank für seine Anwesenheit, legen die Menschen dem Wichtel Milchreis oder Grütze vor die Tür. Eine der bekanntesten Wichtelfiguren ist „Tomte Tummetott“ aus dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren.

In der Vorweihnachtszeit ist es in den nordischen Ländern Familienbrauch eine Wichteltüre am 1. Dezember erscheinen zu lassen. Da die Kinder die scheuen Wichtel jedoch nie zu Gesicht bekommen, da sie ansonsten ihre magischen Wichtelkräfte verlieren, kommunizieren Wichtel über Wichtelbriefe.

So ist es nicht verwunderlich, dass dieser Brauch auch bei uns derzeit voll im Trend liegt. Für Kinder ab 2 Jahren eignen sich die liebevoll gestalteten Türen, ganz individuell eher schlicht oder detailliert. So wie es in eure Familie passt. Und natürlich kann auch eine Wichteline oder eine ganze Wichtelfamilie bei euch Einzug halten. Hier im Blog schreibe ich „der Wichtel“. Denn bei uns wohnt Lasse, ein Wichtelmann und sein Rentier Olaf. Aber wer weiß, vielleicht kommen im Lauf der Jahre noch andere Wichtel dazu.

Nur eines sollte der Wichtel meiner Meinung nach nicht sein. Ein Mittel um Erziehungsmaßnahmen umzusetzen. Ein Wichtel sollte keine Drohungen aussprechen oder die Kinder in irgendeiner Art und Weise manipulieren, so wie dafür auch heute leider immer noch in manchen Familien die Figur des Nikolaus eingesetzt wird. Ein Wichtel ist für kurze (oder auch dauerhafte) Zeit ein Hausmitbewohner, der über uns Menschen wacht, seinen Wichtelbeschäftigungen nachgeht und mit kleinen Streichen und wunderbaren Zaubern eine magische Zeit schafft.

Wichteltüre im Garten

Eine Wichteltür in unseren Garten zu integrieren, war für mich die perfekte Gelegenheit um das ganze Jahr über mit ein wenig Magie umwoben zu sein. Und so habe ich die Zeit des Frühlingswichteleinzuges genutzt, um an einem kleinen Platz im Beet ein Sommerhaus für unseren Wichtel entstehen zu lassen. Ich habe eine gut sichtbare Stelle im Beetvordergrund gewählt, an der sowieso keine Pflanzen wuchsen, sondern ein kleiner Kübel mit saisonaler Bepflanzung stand.

Zunächst war die Bepflanzung des Wichtelgartens natürlich aufgrund der Jahreszeit noch etwas spärlich. Dadurch hatte ich allerdings auch noch etwas Zeit und Raum um mir darüber Gedanken zu machen, welchen Pflanzen ich denn verwenden wollte.

Das Wichtelhaus selbst bildet ein größerer Stein, an den ich mit Montagekleber eine Wichteltüre geklebt habe. Diese wurde zuvor mit eine wenig Holzlasur gestrichen, die ich noch von einem anderen Gartenprojekt übrig hatte. Ein Stück Zaun und ein kleines Schneckenhaus habe ich ebenfalls festgeklebt, den Zweig habe ich einfach in die Erde gesteckt und das Moss auf den Stein gelegt. Beides hat auch ohne Befestigung überraschend gut gehalten. Natürlich braucht auch ein Wichtelsommerhaus ein paar Möbel. Ich habe mich für Accessoires aus weißem Metall entschieden, da Holz vermutlich innerhalb des ersten Jahres bereits stark verwittert gewesen wäre.

Letztendlich habe ich keine neuen Pflanzen für den Wichtelgarten gekauft, sondern einfach ein paar Ableger meiner bereits vorhandenen Hauswurz -und Mauerpfefferpflanzen verwendet. In kleinen Mini-Tontöpfen machen sie sich gut als Kübelpflanzen, die Übrigen habe ich direkt in die Erde gesetzt. Im Laufe des Jahres wuchsen die Stauden rings um das Wichtelhaus und bildeten einen grünen Rahmen für die kleine Wichtelwelt.

Auch wenn dort im Laufe des Jahres nicht viel Veränderung sichtbar ist, so schauen wir doch alle immer wieder beim Wichtelhaus vorbei. Es ist Anlass für Gespräche zwischen Mama und Sohn und auch die Pflanzen im Wichtelgarten werden im Sommer zuverlässig von meinem Kind gegossen. Was mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Eine unerwartete Veränderung kam dann doch im Herbst auf uns zu. Mehr erfahrt ihr in meinem Beitrag HIER.

Hilfe für das Sommerhaus von Lasse

Wie in den meisten Gärten leben auch bei uns viele kleine Tiere. Manche zum Nutzen, andere sind eher ein Ärgernis. Zu den ungebetenen Gästen zählen bei uns definitiv die Wühlmäuse. Schon seit Jahren setze ich alle neuen Stauden bei der Pflanzung in einen Drahtkorb, denn ansonsten kann es sein, dass nach dem Winter von der Pflanze nichts mehr übrig ist. Und als wir eines Nachmittags im Herbst in den Garten kamen, waren die Stühle im Wichtelgarten umgeworfen, die Pflanzen bogen sich nach oben und ein breiter Erdwall ging mitten durch Lasses Garten. So entschied ich kurzerhand dem Wichtel unter die Arme zu greifen und einen wühlmaussicheren Wichtelgarten anzulegen. Hoffentlich…

Da ich diese Umbauaktion nicht heimlich in der Dämmerung machen wollte, kommunizierte ich ganz offen mit meinem Sohn über mein Vorhaben. Ich erklärte die Situation und dass der Wichtel nun unsere Hilfe benötigt, weil er so eine große Veränderung in kurzer Zeit nicht allein schaffen würde. Da ich im Herbst sowieso einem zu groß gewordenen Lampenputzergras einen neuen Topf geben wollte, wurde eine alte Zinkwanne frei, die genau die richtige mäusesichere Umrandung bot. Sie war am Boden schon sehr durchgerostet und bereits mit einem Stück Wühlmausdraht versehen. Kurzerhand habe ich den alten Wichtelgarten abgeräumt, ein kleines Loch gegraben, die Zinkwanne eingesetzt und neu platziert.

Danach setzte ich das Wichtelhaus wieder zurück in die Wanne und gestaltete den Garten erstmal neu. Und natürlich hatte ich beim angießen der Pflanzen wieder tatkräftige Unterstützung meines inzwischen Dreijährigen. Für den nächsten Frühling habe ich noch ein paar Ergänzungen im Wichtelgarten geplant. Ihr düft gespannt sein.

Im Freien sind die verwendeten Materialen natürlich ganz anderen Bedingungen ausgesetzt und auch die Befestigung kann eine Herausforderung sein. Nach einem Sommer hatte sich das Holz der grünen Wichteltür aufgelöst und es musste eine robustere Lösung her. Kurzerhand habe ich aus einem alten Stück verwittertem Holz eine Türe zugesägt und diese mit Montagekleber am Stein befestigt.

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